Ethan van Kyll - der Fluch von Gondorf

Fluch von Gondorf

Vor dreißig Jahren, am 25. Oktober 1989 schloss der einstmalige Erlebnispark Gondorf aufgrund tragischer Ereignisse für immer seine Tore. Schallendes Gelächter und tobende Kinderscharen verstummten seit diesem Tag und gehörten nunmehr der Vergangenheit an. Gerüchte besagten, dass auf dem Park ein böser Fluch liegen würde und viele, die das Areal seit der Schließung betreten hätten, nie wiedergesehen worden wären.

Der bisherige Besitzer des Erlebnisparks, ein Graf aus der ehrenwerten Familie der Von Kyll, Professor Ethan van Kyll, soll nach der Schließung des Parks den Ort niemals gänzlich verlassen haben. Da er mit dem Ende seines geliebten Lebenswerks nicht zurechtkam, soll er dort immer wieder Experimente durchgeführt haben, um ein Stück des ehemaligen Glanzes wiederherzustellen. Gerüchte besagen, man habe ihn häufig – nach jenem schicksalhaften Tag der Schließung – auf den umliegenden Friedhöfen gesehen, wo er nach neuen Körpern für seine Wiederbelebungs-Experimente gesucht habe. Am Tage seines endgültigen Verschwindens stieß hierbei aus dem Innern des Parkgeländes ein grelles Blitzlicht in den Himmel, gefolgt vom ohrenbetäubenden Schrei. Was an diesem Abend genau geschah, blieb unklar.

Die Anwohner des kleinen, beschaulichen 300 Seelen-Dorfes, welches in direkter Nachbarschaft zum Erlebnisparks liegt, erzählen hierbei die verrücktesten Geschichten über den verlassenen Ort. Nachts seien Geräusche aus dem Park zu hören, teils sollen auch die Fahrgeschäfte auf dem menschenleeren Gelände laufen, als wenn sie von Geisterhand bewegt werden würden. Seltsame Gestalten und Kreaturen würden durch das Areal laufen, auf der Suche nach neuen Freiwilligen, die sich den Experimenten des Professors zur Verfügung stellen könnten.

Häufig soll im Eingangsbereich des ehemaligen strahlenden Sterns der Gegend der verschwundene Ethan van Kyll gesehen worden sein, wie er dort auf neue Kundschaft warten würde. Einsam und verlassen stehe er dort, Nacht für Nacht, immer Ausschau haltend nach neuen Körpern, für seine Schöpfungen – nach Besuchern für sein Lebenswerk.

Heute, genau dreißig Jahre nach der Schließung des einstmaligen Erlebnispark Gondorf halten sich diese Mythen und Legenden immer noch. Es dringen fortwährend noch Geräusche von rasselnden Ketten und markerschütterndem Gelächter aus den Wäldern des Parks. In den umliegenden Dörfern und Gemeinden tauchten vor wenigen Tagen aus dem Nichts Plakate auf, die eine Wiedereröffnung des Parks an Halloween ankündigen. Es heißt, es werde ein Erlebnis der besonderen Art. Wer diese Plakate aufhängte oder wo sie herkamen ist unklar, doch viele der Menschen im Umkreis scheinen dem Aufruf nachkommen zu wollen und freuen sich regelrecht auf den Besuch des ehemaligen Parks. Ob sie den Park genau so unbescholten und unbesorgt wieder verlassen, bleibt abzuwarten …

Fluch von Gondorf, das Halloween Event im Eifelpark am 25. / 26. / 27. Oktober 2019